Ein verspieltes Miteinander direkt am Wasser

Hamm ist im Kommen. Auch Hamm-Süd hat an Attraktivität gewonnen. Unser Projekt setzte in dieser Gegend einen freundlichen Akzent, Jahre bevor der «Osten» Hamburgs in den Fokus der Stadtentwicklung rückte. Die Gegend um die Steinbeker Straße lag zwischen Kleingärten und Industrieanlagen im «Off» und war nicht als etablierter Wohnstandort bekannt.

Wir sahen hier grosses Potenzial, auch durch die Nähe zur Bille, die eine ländliche Atmosphäre erzeugt. Hier sollte nicht Beton wie sonst in dieser Gegend dominieren, sondern Backstein. Vor allem sahen wir Potenzial im Konzept «Räume von öffentlich nach privat». Dieser Grundsatz liegt unserem Neubau mit 138 öffentlich geförderten Wohnungen zu Grunde.

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Nachbarschaften über den eigenen Hof hinaus

Das Quartier besteht aus drei Höfen. Durch versetzt an die Zeilen angehängte Punkthäuser bilden sich vier kleinere Höfe. Nochmals potenziert ist das Motiv «Hof im Hof» in den von Mauern eingefassten Privathöfen der Punkthäuser. Passagen zwischen den Höfen steigern die Komplexität der Anlage um ein Weiteres. Eine differenzierte Durchwegung ist in alle Richtungen gegeben, Nachbarschaften über den eigenen Wohnhof hinaus werden unterstützt. Um das gemeinschaftliche Wohnen weiter zu stärken finden sich Dachterrassen auf den dreigeschossigen Punkthäusern, die allen Bewohnern zur Verfügung stehen und weite Blicke über Bille und die Billerhuder Insel bieten.

Die Fassaden der Zeilen werden durch Laubengänge bestimmt. Sie bilden quasi private Zonen, da sie nur jeweils eine Wohnung erschließen. Die zum Laubengang liegenden Räume wie Küche und Allraum sind mit geschoßhohen Fenstertüren versehen, das Eingangselement zur Wohnung ist mit integrierter Sitzbank ausgestattet, um die Bewohner anzuregen diese Fläche aktiv zu nutzen.

Neben dem Vorteil der Belebung der Hoffassaden – hier sitzt man im Sommer draußen und hat Gelegenheit zum Klönschnack mit den Nachbarn – bietet diese Erschließung die Chance auf Großzügigkeit, gerade im Rahmen der beschränkten Wohnflächen im öffentlich geförderten Wohnungsbau.

Unser Ensemble spielt gekonnt mit Dichte und Nähe. Hier lebt man nicht einfach nebeneinander, sondern miteinander.

In den Punkthäusern der Höfe sind familiengerechte Maisonettewohnungen mit kleinem Patio angeordnet, die Hauscharakter haben. In den Zeilen sind Geschosswohnungen unterschiedlicher Größe realisiert.

Wir haben weitgehend gleichgroße Räume konzipiert, einen klassischen großen Wohnraum sucht man vergeblich. Die Räume sind «austauschbar» und damit vielfältig nutzbar. Die Familienwohnungen verfügen grundsätzlich über Wohnküchen, im Bereich der größten Wohnungen sorgt ein zentral angeordneter, großer Allraum für den Wohnungsmittelpunkt.

Die Grundrisse sind so organisiert, dass die Familienräume wie Allraum und Wohnküche zum Hof und die privaten Räume nach außen orientiert sind. Dabei wird eine altbekannte Erschließung der Geschoßwohnungen abgewandelt: Die Wohneinheiten im Hofbereich werden vom Treppenhaus aus über Laubengänge erschlossen.

Das gemeinschaftliche Wohngefühl verdanken die Bewohnenden an der Bille dem komplexen Zusammenspiel privater, halbprivater und halböffentlicher Räume. Damit fördert unser Quartier die soziale Gemeinschaft sowie die nachbarschaftliche Hilfe und Unterstützung.

Zahlen und Fakten

  • Gebäudetyp

    Wohnhaus

  • Planung

    LP 1-9

  • Realisierung

    1999-2001

  • Fläche

    12.500 qm BGFa

  • Bauherr*innen

    BGFG - Baugenossenschaft freier Gewerkschafter eG

  • Standort

    Steinbeker Strasse, Hamburg

Preise und Presse

  • Publikation - Wachholtz Murmann Publishers

    Hamburg und seine Bauten 2000-2015

  • Gewinner

    AIV – Bauwerk des Jahres 2001

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