Leben um ein neues Herz im Quartier

Der Stadtteil Hammerbrook war vor dem zweiten Weltkrieg ein beliebtes Wohnquartier. Dann fielen die Bomben. Bis auf wenige Gebäude wurde der Stadtteil komplett zerstört. Eines dieser wenigen von der äußeren Erscheinung erhaltenen Bauwerke ist die ehemalige Schokoladenfabrik in der Sonninstraße. Erbaut wurde es im Stil der traditionellen Hamburger Kontorhäuser. Der Charakter dieses historischen Gebäudes und somit des alten Hamburgs haben wir bei der Realisation des angrenzenden Sonninparks aufgenommen und neu interpretiert.

Anfangs der 1980er-Jahre wurde Hammerbrook mit dem Bau der Harburger S-Bahnstrecke in ein Geschäftsviertel – die City Süd – umgewandelt und revitalisiert. Moderne Bebauungen mit grossen Bürokomplexen und alte Industriearchitektur wechseln sich ab. Die vielen Kanäle machen Hammerbrook zu einem Klein Venedig, mit schönen Plätzen am Wasser und kleinen Grünstreifen. Mit diesen Qualitäten spielt auch der Sonninpark, der sich zum Wasser hin öffnet.

Wir leisteten einen Beitrag an ein neues Quartier mit einer starken eigenen Identität. Ein Quartier, das Menschen in und um ihren neuen grünen Stadtpark zusammenbringt.

Der neue Sonninpark ist eine öffentliche Grünanlage und entstand auf dem rund 27.500 m² großen ehemaligen Gelände des Elektronik-Konzerns Sharp. Umgeben ist dieser neue zentrale Quartierpark von einer Blockrand-Bebauung. Das Karree aus insgesamt 24 Häusern umschließt den 17.000 m² übergroßen Blockinnenraum. Hiervon sind ungefähr 12.000 m² ein öffentlicher Stadtteilpark mit verschiedensten Angeboten. Der Wohnblock öffnet sich mit einer breiten Freitreppe zum Mittelkanal und der Kanal-Promenade. Eine weitere große Öffnung an der Sonninstraße und zwei weitere Gebäude-Durchgänge im Osten unterstützen die enge Verknüpfung mit den angrenzenden Stadträumen.

Das Gesamtareal umfasst insgesamt rund 800 Wohneinheiten – ein Mix aus frei finanzierten und öffentlich geförderten Mietwohnungen mit verschiedensten Wohnungsgrößen für Singles, Paare und Familien. Vom kompakten 1-Zimmer-Studio bis zum großzügigen Penthouse findet sich hier alles. Rund um die Neubauwohnungen treffen die Bewohnenden eine optimale Infrastruktur mit Läden, Kita und der S-Bahn-Station Hammerbrook an, von der aus man den Hauptbahnhof in 2 Minuten erreicht.

Ein Flair wie in alten Gründerzeitvierteln

Die städtebauliche Grundfigur ist das Resultat eines 2014 entschiedenen städtebaulichen Wettbewerbs (Gewinner: 03 Architekten, München & grabner+huber landschaftsarchitekten partnerschaft, Freising), dem ein vierstufiger Fassadenworkshop mit fünf Architekturbüros folgte. Wir erhielten den Zuschlag für die Planung von 12 Häusern mit insgesamt rund 350 Wohnungen. Die Wohnbebauung erhält durch die Größe der Blockrandbebauung und die gewollte urbane Dichte sowie die qualitativen Ziegelfassaden einen urbanen, wohnlichen Charakter und ein vielfältiges Flair wie in alten Gründerzeitvierteln.

Die einzelnen Häuser unterscheiden sich bezüglich Materialität, Struktur, Farbe und Tiefe der Fassaden, was eine Differenzierung erzeugt. Trotz der Vielfalt der unterschiedlichen Ausformulierung der Fassaden entsteht im Gesamtgefüge «eine Familie» und damit eine Einheit des Quartiers. Der Sonninpark ist das Herz dieses harmonischen Ensembles. Die grüne Gestaltung des Innenhofs mit diversen Spielmöglichkeiten und einer Wiese lädt alle zum Klönen und Verweilen ein. Den Bewohnenden bietet der Park gleichzeitig Raum für den Austausch mit den Nachbarn.

Das lebhafte Zusammenspiel von Architektur, Einbindung im Quartier und Identifikation der Bewohnenden trägt hier maßgeblich zu einer gelungenen Nachbarschaft bei.

Zahlen und Fakten

  • Gebäudetyp

    Wohnhaus

  • Planung

    LP 2-5, Teile von 8 / künstlerische Oberbauleitung (2015-2018)

  • Realisierung

    2019

  • Fläche

    30.100 qm BGF R

  • Bauherr*innen

    Objektgesellschaft Sonninstrasse

  • Standort

    Sonninstrasse, Hamburg

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