Neuinterpretation über den Dächern Hamburgs

Bauen an einer Magistrale Hamburgs ist mit vielen Herausforderungen verbunden. Um eine hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität sicherzustellen, gilt es alle Aspekte der Stadtentwicklung zu berücksichtigen: Städtebau, Wohnraum, Arbeitsstätten oder Frei- und Grünräume.

Das Projekt Leo auf dem ehemaligen Gelände der Frauenklinik Finkenau an der namensgebenden Leo-Leistikow-Allee erfüllt all diese Bedingungen. Mehr noch. Als Auftakt in das Wohnquartier hat Leo eine besondere städtebauliche Aufgabe. Das Ensemble liegt gegenüber dem Einkaufszentrum Hamburger Meile und soll sich an der achtspurigen Oberaltenallee städtebaulich behaupten, einen markanten Eingang herstellen und hochwertiges Wohnen in 184 Wohnungen (davon 55 öffentlich gefördert) ermöglichen.

Leo ist ein Brückenbauer. Zwischen Hamburger Meile und Wohngebiet, zwischen Tradition und Moderne, zwischen den Menschen im Haus und dem Quartier.

Die Grundfigur des Projekts gründet auf dem hochbaulichen Realisierungswettbewerbs von 2016. Wir konzipierten eine kräftige Eckbebauung mit 6 bis 12 Geschossen entlang der Oberaltenallee, der Leo-Leistikow-Allee und am Martha-Muchow-Weg. Im Nordwesten erhielt das Ensemble eine deutliche Betonung durch die Hochhäuser. An der betonten Ecke Oberaltenallee/Leo-Leistikow-Allee entstand eine großzügige Eingangssituation für das gesamte neue Quartier der Finkenau.

Die drei Realteile bilden mit unterschiedlichen Ausformulierungen im Gesamtgefüge «eine Familie». Die einzelnen Häuser sind nuanciert ablesbar, daraus entwickelt sich wie selbstverständlich ein wohnungsbautypischer Maßstab. Die Erschließung der sieben Häuser erfolgt von der jeweilig angrenzenden Straßenseite. Der Hof ist bei allen Häusern (mit Ausnahme von Haus 2 und 3) via Treppenhaus erreichbar. Das Gebäude wurde als KfW Effizienzhaus 55 errichtet.

Industrial Style neu interpretiert

Die 12-geschossigen Hochhäuser nehmen zum einen die Maßstäblichkeit der Bebauung der Hamburger Meile auf, schaffen aber durch ihre Materialität einen harmonischen Übergang in das neue Wohngebiet. Die Fassade mit den ausdrucksstarken, variierenden Ziegelstrukturen erinnert bewusst an loftartige Gebäude aus dem Beginn des vergangenen Jahrhunderts: Das ist Industrial Style neu und zeitgemäß interpretiert.

Eine Herausforderung bei diesem Projekt war der Lärmschutz aufgrund der achtspurigen Oberaltenallee im Nordwesten und des U-Bahn-Viadukts im Südwesten. Wir entwickelten daher Fassaden und Freisitze, die ein geschütztes und ruhiges Wohnen sicherstellen.

Der gemeinsame Innenhof bildet einen spannenden Kontrast zur klaren, graden Linienführung des Baukörpers. Im sorgfältig gestalteten Freiraum dominieren die weiche Wegeführung mit sanft eingefassten Grünflächen. Um den zentralen Aufenthaltsbereich in der Mitte des Innenhofes befinden sich aufgelockerte polygonale Inseln mit verschiedenen Funktionen, wie Spiel-, Rasen- oder Pflanzflächen. Viele Terrassen liegen auf erhöhten Vorzonen, die mit Hecken eingefasst sind.

Leo setzt einen städtebaulichen Akzent und bildet den selbstbewussten Auftakt des neuen Quartiers. Es beweist: auch an Magistralen lässt sich mit hoher Lebensqualität wohnen und arbeiten.

Zahlen und Fakten

  • Gebäudetyp

    Wohnhaus und Gewerbe

  • Planung

    LP 1-6 (2016-2019), Teile von 7-9

  • Realisierung

    2022

  • Fläche

    18.000 qm BGF R

  • Bauherr*innen

    GFG - Günther Franke Gruber Bauherren GmbH

  • Standort

    Leo-Leistikow-Allee, Hamburg

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