Neue Ikone mit lebendigem Charakter

Die Strandpromenade «Ipanema» in Rio de Janeiro ist weltbekannt. Man schlendert über geschwungene grafische Flächen, die der Brasilianer Roberto Burle Marx entworfen hat. Der Mitbegründer der modernen Gartenarchitektur hat uns bei der Entwicklung eines neuen Quartiers in der City Nord stark inspiriert. Der Name des neuen Quartiers, mit dem wir städtebauliches Neuland in Hamburg betreten haben: Ipanema. Was denn sonst.

Die amerikanische Moderne der 1950/60er-Jahre hatte starken Einfluss auf die Entstehung der City Nord in unmittelbarer Nähe des Hamburger Stadtparks. Die Federführung hatte Oberbaudirektor Werner Hebebrand, der dem städtebaulichen Grundgedanken «Solitäre im Grünen» folgte. Diesen Grundgedanken haben wir bei «Ipanema» beibehalten und dem heutigen Zeitgeist angepasst.

Der Grünraum verbindet Menschen

Blockartige Baumgruppen und -reihen akzentuieren die großzügigen Rasenflächen und bilden mit ihren Mulden und Hügeln den Kontrapunkt zu den geometrischen Wegeführungen. Der «grüne» Leitgedanke wird auch durch die Ausformulierung des neuen Gebäudes erlebbar. Der geschwungene Solitär setzt sich in die bestehende grüne Fassung und bietet großzügige Freiflächen.

Der halböffentliche Binnenraum fungiert als Erschießungsebene und ergänzt durch den «Jardim de Ipanema» die Architektursprache des Gebäudes. Der Grünraum verbindet Menschen, er setzt sich bis auf das Dach als «Urban Gardening» fort und bildet einen wichtigen sozial-gesellschaftlichen Beitrag.

Wir haben Ipanema so konzipiert, dass es im städtebaulichen Kontext vielfältige Verknüpfungen schafft. Dies gelingt durch die geschwungene Ausformulierung des Ensembles in Kombination mit den Durchwegungen und Binnenräumen. Die «Welle» erzeugt erlebbare Weite, Ausblicke und optimale Belichtung für alle Nutzerinnen und Bewohner. Es gibt Höfe mit Zuwegungen und private Gartenbereiche.

Die öffentlichen Bereiche und Wegebeziehungen werden aufgenommen und fortgesetzt. Die Möglichkeit der Durchwegung versteht sich als Weiterentwicklung des Wegenetzes und ermöglicht ein Verschmelzen mit dem Umfeld. Alle Wohnnutzungen werden leicht auffindbar vom Binnenraum aus erschlossen. Der repräsentative Hauptzugang des Bürobaukörpers befindet sich ebenerdig am Überseering.

Unser Ipanema ist eine emotionale Großform, ein eigener Stadtbaustein, ein Organismus mit einem grünen Leitgedanken, dem Leben zugewandt.

Ring und Welle schaffen hohe Flexibilität

Der Bürobaukörper ist als «Ring» ausformuliert und bietet dadurch kurze Wege, beste Belichtung und gute innere Gestaltungsmöglichkeiten. Durch die einfache Grundform der «Welle» lassen sich unterschiedliche Bausteine flexibel anordnen. Neben gewohnten Wohnformen in 2- und 3-Spännern sind auch Sonderwohnformen wie Microapartements, Loftwohnungen und öffentlich gefördertes Wohnen möglich.

Ergänzt werden die Nutzungen durch öffentliche Bausteine. Daher befinden sich im Erdgeschoss straßenseitig gewerbliche Nutzungen mit Einzelhandelsflächen und eine Kita für die insgesamt 523 Wohnungen. Alles fügt sich organisch zu einem Ganzen zusammen.

Ein Stadtbaustein mit dieser Nutzung, kombiniert mit einem hohen Freizeitwert und einer individuellen expressiven Formensprachen, ist bisher einzigartig in Hamburg. Der hohe Wiedererkennungswert, aber auch die repräsentative Gestaltung und Positionierung haben Ipanema zur Landmarke im Bereich der Quartiersentwicklung avancieren lassen.

Zahlen und Fakten

  • Gebäudetyp

    Wohnungsbau und Büroturm

  • Planung

    LPH 2-5 (2016-2018)

  • Realisierung

    2024

  • Fläche

    48.000qm Wohnen und 22.000qm Gewerbe

  • Bauherr*innen

    Projektgesellschaft Überseering 30 GmbH & Co.KG

  • Standort

    Überseering, Hamburg

  • Deutsches Nachhaltigkeitszertifikat

    DGNB Gold

  • Magazinbeitrag

    metroPolis Magazin – Ausgabe 2022/02

  • Nominierung

    Ideenpreis Wohnbau Hamburg 2017

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