Im Dialog mit der bewegten Vergangenheit

Beim Neubau des Ensembles rund um die St. Trinitatis Kirche standen wir vor der Herausforderung, zwei zentrale Anliegen zu vereinen: Das neue Quartier kann sich den vielfältigen Aufgaben einer sozialen, integrierten Stadtentwicklung stellen und erfüllt gleichzeitig die Anforderungen an eine sensible bauliche Umsetzung im Stadtgefüge.

Wir waren uns der langen und bewegten Vergangenheit dieses Ortes bewusst. Die Geschichte der Altstadt von Altona begann im frühen 16. Jahrhundert. Von 1640 bis 1864 stand Altona unter dänischer Verwaltung und entwickelte sich zur zweitgrößten Stadt des Landes (nach Kopenhagen).

Mehrfach zerstört und wiederaufgebaut

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde Altona während des «Großen Nordischen Krieges» zu großen Teilen von schwedischen Truppen zerstört. Die Straße Palmaille und der Jüdische Friedhof Altona sind als wenige Ausnahmen erhalten geblieben. Auch im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile des dicht besiedelten Stadtteils zerstört. Der östliche Teil mit dem historischen Stadtkern wurde fast ganz ausgelöscht. Bis dahin war die Kirche St. Trinitatis städtebaulich in das Gebäudeensemble der Altonaer Altstadt eingebunden und bildete mit dem alten Altonaer Rathaus den Mittelpunkt.

Die Kirche und kirchenbezogene Gebäude wurden zwischen 1951 und 1969 wieder aufgebaut. Dabei wurden die kriegsbedingte Freistellung des Kirchengebäudes, die Einbettung des Kirchenareals in den Grünzug Neu-Altona und die weite Sichtbarkeit des Kirchengebäudes als Orientierungspunkt beibehalten.

Den vielfältigen Nutzungen entsprechend haben wir einen offenen Ort für alle Menschen geschaffen, die Gemeinschaft erleben und leben

Deutliche Sichtbezüge auf die Kirche

Das neue Ensemble steht im Dialog zwischen der Hauptkirche St. Trinitatis, dem Grünzug Neu-Altona und dem gegenüberliegenden Jüdischen Friedhof Altona. Deutliche Sichtbezüge auf das Kirchenbauwerk spielen eine große Rolle. Dem Bau der neuen identitätsstiftenden Häuser um die Kirche gingen archäologischen Grabungen voraus, die von der bewegten und sich überlagernden Geschichte des Ortes zeugen. In der Presse wurden die Grabungen und Funde als «das Pompeji Altonas» bezeichnet.

Durchlässigkeit und Blickbeziehungen sind somit das bestimmende Thema für die Quartiersentwicklung im Zusammenhang mit den umgebenden Grünräumen. Dem tragen wir Rechnung, indem wir ein Ensemble mit vielfältigen Durchwegungen, Sichtachsen, Höfen und hochwertigen Freibereichen realisierten – in respektvollem Umgang mit der Vergangenheit.

Ein Ort für die Gemeinschaft

Die Kirche dient aus allen Himmelsrichtungen als Orientierungspunkt in der Stadtlandschaft. Die fünf Häuser wurden neu erstellt und bilden zusammen mit der Kirche eine Einheit. Ihre kubischen Baukörper entsprechen einer eher archaischen Grundform und treten dadurch nicht in Konkurrenz zur Kirche. Die Zusammengehörigkeit der Bauten wird über rote Ziegel betont.

St. Trinitatis ist offen für alle und will Gemeinschaft leben und fördern. Das zeigt sich in der vielfältigen Nutzung der neuen Häuser. Sie dienen als Gemeindehaus, Pilgerhaus, Verwaltung, Veranstaltungsraum, Café, Haus für Kinder, Wohnungen und soziale Angebote für Obdachlose sowie Sozialwohnungen. Dieser lebendige und spirituelle Ort lädt alle Menschen ein, Teil der Gemeinschaft zu sein und zu werden.

Rund um die Kirche St. Trinitatis entstand ein einzigartiges Ensemble, das der Offenheit der Gemeinde entgegenkommt und durch das Zusammenspiel von Architektur und Nutzung die Lebhaftigkeit im Quartier fördert.

Zahlen und Fakten

  • Gebäudetyp

    Gemeindezentrum

  • Planung

    LP 1-9 (2017-2023)

  • Realisierung

    2025

  • Fläche

    8.640 qm BGF R

  • Bauherr*innen

    Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein
    Bauwerk Kirchliche Immobilien

  • Hauptkirchengemeinde St. Trinitatis Altona

  • Standort

    Kirchenstraße, Hamburg

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